10.02.2012

Klein, aber fein - Regionalkonferenz des Landesverbandes in Bielefeld

Der Einladung der Landesvorsitzenden Renate Egelkraut und Barbara Blomeier folgten neben den Kreisvorsitzenden aus Paderborn und Minden auch etliche Hebammen aus der Region, eine bunte Mischung aus angestellten und freiberuflichen Kolleginnen. Insgesamt 13 Hebammen trafen sich im Kursraum der Hebammenpraxis von Barbara Blomeier in Bielefeld.

In einer ersten Runde konnten die Teilnehmerinnen ausführen, was sie sich vom Landesverband wünschen. Schnell wurde deutlich, dass alle Kolleginnen mehr Informationen inhaltlicher Art über die berufspolitische Entwicklung erhalten möchten. Angestellte und freiberufliche Hebammen sollten sich miteinander solidarisieren und gegenseitig unterstützen. Ganz klar wurde auch der Wunsch nach mehr Präsenz des Verbandes in der Öffentlichkeit geäußert. Mehr Kontakt zur Basis sollte ebenfalls stattfinden, dieses erste Treffen wurde von allen als gutes, lange überfälliges Signal  gesehen. Gerne sollte zweimal im Jahr so ein Treffen stattfinden.

Landesverband aktiv

Renate Egelkraut gab einen Einblick in die aktuellen Aktivitäten der beiden Landesvorsitzenden und erläuterte die Kontakte zu verschiedenen Politikern. Daraufhin wurde von den Kolleginnen zurückgemeldet, dass es gut zu hören sei, dass langsam etwas passiert – das motiviert zum Durchhalten.

In einem zweiten Durchgang wurde besprochen, was von den Hebammen im Augenblick als bedrückend erlebt wird. Arbeitsdruck und Überlastung in den Kliniken, Hebammenschwund aufgrund der steigenden Haftpflichtversicherung, Desinteresse vieler Kolleginnen, Perspektivlosigkeit, Frust, Probleme mit Gynäkologen, das Ungleichgewicht zwischen Bürokratie, Dokumentation, Qualitätssicherung, Zeitaufwand, hoher finanzieller Belastung auf der einen und geringem Verdienst auf der anderen Seite, fehlende Solidarität untereinander und einiges mehr wurden offen benannt. 

In einer dritten Runde lag der Fokus auf den positiven Aspekten der Kreisarbeit. Vernetzung, gute Zusammenarbeit im Vorstand, feste Position als Ansprechpartner in der örtlichen Politik und Presse, gute Organisation untereinander und Zusammenhalt bei den Protestaktionen wurden genannt.

Allen anwesenden Hebammen gemeinsam war die Grundhaltung, dass sie auch nach vielen Berufsjahren noch in ihrem Traumberuf arbeiten und dies auch weiter wollen, trotz der Bitterkeit, die durch die aktuelle Entwicklung hervorgerufen wird. Als um so wichtiger wurde von allen die Gemeinsamkeit empfunden, das projektbezogene Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel, die gegenseitige Unterstützung, und der persönliche Kontakt zu den Landesvorsitzenden.

Fruchtbares Treffen

Am Ende der intensiven drei Stunden stand das Fazit, dass dieses erste Regionaltreffen sehr effektiv, inhaltsreich und für alle Beteiligten sehr befriedigend war. Renate Egelkraut und Barbara Blomeier konnten viele gute Anregungen für ihre Vorstandsarbeit mitnehmen und hoffen jetzt auf rege Beteiligung bei den folgenden Regionaltreffen.